Aktuelle Ausstellungen:

HERE & HERE
Karin Odendahl

Ausstellungsdauer: 01.05. – 22.05.2022

Vernissage: Sonntag, 01.05.202 - 15 Uhr

Einführung: Dr. Dirk Tölke, Kunsthistoriker

Öffnungszeiten: Samstag & Sonntag 15 – 18 Uhr und nach Vereinbarung

Vorwort:

Eine Ausstellung zu bewerben in dieser Zeit mit erschütternden Nachrichten klingt zwiespältig, und daher erscheint es mir wichtig, Stellung zu beziehen.

Mein ursprüngliches gestalterisches Ausstellungskonzept war es, die Bilder unkommentiert für sich sprechen zu lassen und deren eigene Wirkung beim Betrachter entfalten zu lassen.

Nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine aber muss ich nun doch dokumentarischer vorgehen und eingehender von der Herkunft vieler Photos erzählen. Denn dasselbe Szenario, das sich bereits 2008 in Georgien abspielte, wiederholt sich heute auf tragische Weise in der Ukraine.

Die nicht heilen wollende Wunde jedes Georgiers ist der Krieg mit Russland 2008, der den geographischen - und schlimmer noch - der Verlust vieler Menschenleben zur Folge hatte. Die Opfer wurden ihrer Heimat und ihres Besitzes beraubt, sie sind Flüchtlinge im eigenen Land. Seit diesem Krieg sind 20% des Landes unter russischer Verwaltung (Süd-Ossetien und Abchasien). Das Trauma ist nicht verarbeitet, die Menschen berichten weinend davon.

Mit der Erinnerung an das bis heute andauernde Leid der Georgier vor wenigen Jahren sei der nun der Opfer der erneut stattfindenden menschlichen Katastrophe in der Ukaraine gedacht.

2021 kam ich mit vielen abchasischen Flüchtlingsfamilien ins Gespräch, die bis heute in unsäglichen Verhältnissen, und noch immer in den damals zugewiesenen Notunterkünften leben. Die Pandemie verhinderte die Vollendung meines Photoprojektes, welches ich u.a. in Abchasien, so bald es möglich ist, beenden werde.

Einige meiner Aufnahmen zeigen die fast trotzige Liebe, mit der man sich im Provisorium eingerichtet hat, die Liebe innerhalb der Familien und im Umgang mit den Nachbarn, die jungen Nachkommen im Aufbruch und die Poesie, die manchmal trotz allem im Alltag möglich ist.

Karin Odendahl, Februar 2022

HERE & HERE

Beim Erzählen legt sie vielleicht ihren Finger auf eine Landkarte, ein Bild oder ein Papier, deutet die Straße hinunter oder in die Landschaft. Ihre Mimik spricht, sie sieht Dir in die Augen, und vielleicht bewegt sie auch ihre Hand zur Stirn, legt sie an ihren Mund oder deutet auf ihr Herz. Sie gibt ihrem Gegenüber Hinweise, damit dieser sie auch ohne Worte versteht und sieht, was sie meint.

Hier, hier und hier…

In diesem Dialog entsteht ein neuer Raum, der sich mit Gedanken, Gefühlen, konkreten Informationen und auch Unsichtbarem füllt. Man geht wieder auseinander und findet auch diejenigen Botschaften, die unausgesprochen blieben. Man könnte meinen, es gehe um “hier & dort”, aber da, wo man selber steht, ist immer jenes “hier”.

Die malerischen Photographien aus Georgien und Israel weisen über das Abbild hinaus, sie offenbaren, was man seit dem Verlassen in sich trägt: Liebe. Empathie. Wärme. Ruhe. Verletzlichkeit. Zerbrechlichkeit. Vergänglichkeit. Trauer. Stagnation. Stille. Hoffnungslosigkeit. Hoffnung. Kopfschütteln. Lachen und Weinen…

In dieser Ausstellung finden sich neben diesen Photographien auch Doppelbelichtungen, die unmögliche Verbindungen eingehen. In Acrylglasobjekten, collageartigen Mischtechniken und Siebdrucken auf verschiedenen Gründen eröffnen sich auf anderen Ebenen weitere innere Räume.

Karin Odendahl, Januar 2022


ESCHWEILER KUNSTVEREIN


Städt. Kunstsammlung im
Kulturzentrum Eschweiler
Talbahnhof

Raiffeisen-Platz 1-3
52249 Eschweiler


Öffnungszeiten während der Ausstellungen:

Sa.: 15-18 Uhr
So.: 15-18 Uhr

und nach Vereinbarung






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